Mi
13
Apr
2011
Das Belohnungssystem
Meistens wird mit einer Mischung aus Lob, Futter, Beute und dem Rückgang von negativen Reizen trainiert. Oftmals entwickelt sich das Belohnen zur Routine, es enstehen automatische Abläufe die ein Nachdenken über das, wie belohne ich, wann belohne ich und mit was belohne ich, nicht mehr zulassen. Das ist eigentlich sehr schade, gibt es doch verschieden wichtige Zusammenhänge die man bei der Belohnung eines Verhaltens berücksichtigen sollte. Ich unterscheide hier das Training in zwei unterschiedliche Bereiche.
- 1) Lernphase
- 2) Trainingsphase
In der Lernphase wird sowohl das Verhalten an sich, als auch die Verbindung zu einem Hörzeichen konditioniert. Ganz automatisch werden dabei auch die ausgelebten Gefühle und Triebstimmungen erlernt. Einmal mehr ist es mir wichtig darauf hinzuweisen das gerade in den Anfängen darauf zu achten ist das wir hier über positive Verstärker arbeiten und auf eine insgesamt stressfreie und harmonische Atmosphäre achten. In der Lernphase wird naturgemäß sehr oft bestätigt. Meistens wird hier sogar über die Primärmotivation trainiert was sehr gute und schnelle Ergebnisse garantiert.
In der Trainingsphase ist das Verhalten zum Hörzeichen gut konditioniert und man fängt an zu generalisieren. Der Hund muß nun lernen das Verhalten auch unter nicht gewohnten Bedingungen auszuführen, also in verschiedenen Örtlichkeiten und auch als Bestandteil von Handlungsketten. Die Belohnung sollte hier mehr und mehr ausbleiben bzw. variabel eingesetzt werden.
Wertigkeiten der Belohnung
Jeder Hund empfindet, je nach dem wie Trainiert wird und auf der Grundlage seiner Triebanlagen, die verschiedenen Belohnungen unterschiedlich intensiv. Eine hohe Erwartungshaltung des Hundes für eine Belohnung garantiert eine intensive und zuverlässige Reaktion auf einen Reiz (Lernverhalten). Grund genug sich einmal mit den Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Belohnungen zu beschäftigen.
Lob:
Vorteile: Ist auch bei der Prüfung zwischen den Übungen erlaubt. Fördert die emotional Bindung zwischen Mensch und Hund. Steht immer zur Verfügung und deswegen immer einsetzbar.
Nachteile: Unterliegt sehr schnell der Ermüdung, bei falscher Anwendung kommt es zur Reizschwellen Erhöhung durch Gewöhnung.
Futter:
Vorteile: Ein Verhalten kann sehr genau Bestätigt werden (Positionierung). Ein wegnehmen der Belohnung um weiter zu Trainieren ist nicht erforderlich. Eine triebliche Übermotivation des Hundes wird meistens vermieden. Für das Fährtentraining sehr gut geeignet durch das auslösen eines unbedingten Reflexes.
Nachteile: Bei gesättigtem Hund weniger intensive Handlungsbereitschaft.
Beute:
Vorteile: Intensive Lern- und Handlungsbereitschaft, große innere ausgelebte Sicherheit.
Nachteile: HF kann als Konkurent zur Beute empfunden werden. Das Trennen von der Beute kann zur Depremierung der Motivation führen aber auch zur Aggression.
Rückgang negativer Reize:
Der Rückgang von negativen Reizen ist eigentlich ein Thema für sich auf das ich in einem meiner nächsten Blogbeiträge eingehen möchte. Für den Moment nur soviel, wir differenzieren in die Bereiche:
positive Bestrafung – hinzufügen von einem negativen Reiz
negative Verstärkung – entfernen von einem negativen Reiz
Leider finden immer noch beide Möglichkeiten über den Maßen hinaus eine große Verwendung bei der Ausbildung mit dem Hund. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren das eine solide und zuverlässige Ausbildung nur “mit” diesen beiden Elementen möglich ist, habe aber auch die Erfahrung gemacht das eine weitaus eingeschränkte Anwendung sehr viel bessere Ergebnisse erzielen kann.
