Do

14

Apr

2011

Warum das Loben so wichtig ist!

Neben vielen sehr positiven Eigenschaften von Lob scheint mir eines besonders wichtig zu sein. Ich kann in einer Prüfungssituation, zwischen den einzelnen Übungen, meinen Hund loben, das ist erlaubt. Dieses Lob kann mehr als eine nette Geste meinem Hund gegenüber sein. Richtig konditioniert ist es für den Hund eine Ankündigung für eine Belohnung die im Ergebnis zu einer größeren Reaktion auf einen konditionierten Reiz führt. Einfach gesagt der Hund ist mehr Handlungsbereit.

 

Man stelle sich einmal vor man dürfte zwischen den Übungen in einer Prüfung dem Hund schnell mal ein Stück Futter geben, oder mal kurz den Ball aus der Tasche holen um die triebliche Motivation des Hundes zu erhöhen. Wunschdenken, … ist alles nicht erlaubt und würde zum sofortigen Abbruch führen. Ich darf aber den Hund ganz regelgerecht Loben, also Grund genug dieses Lob mit einer sehr hohen Wertigkeit zu belegen.

Wie kann ich die Wertigkeit von Lob erhöhen?

 

Hier leisten uns die Erkenntnisse von Thorndike, Pawlow und Premack sehr gute Dienste. Im einzelnen darauf einzugehen würde den Rahmen sprengen. Ich möchte aber jedem Empfehlen sich z.B. bei Wikepedia die entsprechenden Informationen zu suchen und sich damit zu beschäftigen. Was mir sehr wichtig erscheint:

 

Der Sekundäre Verstärker (Quelle Wikipedia)

 

Es kann zwischen primären und sekundären Verstärkern unterschieden werden. Während primäre Verstärker physiologische Bedürfnisse befriedigen, z. B. Hunger stillen, sind sekundäre Verstärker lediglich die Ankündigung bzw. das Versprechen eines primären Verstärkers (s. Token-System). Ein typischer sekundärer Verstärker ist Geld, das ursprünglich selbst keine Bedürfnisse befriedigt. Sekundäre Verstärker sind durch klassische Konditionierung aus primären Verstärker entstanden und erlangen ihre Bedeutung durch Kontingenz mit diesen Verstärkern (z.B. Geld für Nahrung). Das Prinzip kennen wir wohl alle sehr gut. Wir müssen nur durch einige kleine aber wichtige Verhaltensregeln dafür sorgen einen sekundären Verstärker zu konditionieren. Es ist absolut wichtig das wir das Lob vor der Präsens eines primär Verstärkers (Ball, Futter) auf den Hund wirken lassen. Bei gleichzeitiger Darbeitung wird der Reiz des Primär Verstärkers immer dominierend auf den Hund wirken, eine Verbindung zum Lob kann hier nur sehr schlecht statt finden.

 

Beispiel 1 – richtig: Der Hund befindet sich in der Grundstellung, man lobt den Hund stimmlich und durch körperkontakt anschließend nimmt man den Ball aus der Tasche und spielt. Der Hund lernt das das Lob eine Ankündigung für den Ball und das Spielen ist.

 

Beispiel 2 – falsch: Der Hund befindet sich in der Grundstellung, man nimmt den Ball für den Hund offensichtlich aus der Tasche. Jetzt lobt man den Hund und fängt dann an mit ihm zu spielen. Das Lob wird vom Hund gar nicht mehr oder nur sehr beiläufig war genommen, der Hund konzentriert sich nur auf den Ball.

 

Was passiert in dieser Situation und warum hilft uns das beim Training?

 

Wenn wir die im Beispie 1 beschriebene Situation des öfteren Wiederholen entwickelt sich für den Hund eine sogenannte Verstärkungssituation. Es entsteht eine Verbindung zwischen dem Reiz (Loben) und dem Reiz (Ball, Spielen). Genau diese Reiz-Reiz-Verbindung motiviert eine instrumentelle Reaktion (Verhalten). Das Heißt, kündigen Umgebungsreize (z.B. das Loben in der Grundstellung) eine Konsequenz (Fressen, Spielen) an, löst dieser Stimulus (loben in der Grundstellung) eine Art „Hoffnung“ auf Futter oder Spielen im Organismus aus. Diese Hoffnung motiviert dann das Zeigen der instrumentellen Reaktion (Lernverhalten).


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