Ohne Respekt gibt es keinen Führungsanspruch

Wenn man in der Ausbildung von Hunden die natürlichen Veranlagungen berücksichtigt, kommt man ganz schnell zu dem Schluss, dass kein Trainer einen Hund ohne Respekt ausbilden kann. Zum Respekt kommt Vertrauen hinzu. Gibt es kein Vertrauen, werden keine brauchbaren und zuverlässigen Leistungen zu erzielen sein.

Ein Hund kann nicht Vertrauen zu einer Belohnung aufbauen. Egal ob es Futter ist, ein Ball oder die von Hunden so geschätzte Beute, …es sind einfach nur leblose Objekte der Begierde. Vertrauen kann nur zwischen zwei Lebewesen wachsen, es entsteht durch Geben und Nehmen und basiert auf Zuverlässigkeit und Beständigkeit.

Wenn der Hund nur für seine Belohnung arbeitet, kann er weder Vertrauen aufbauen, noch Respekt. Er versucht einfach nur herauszufinden ob eine Belohnung möglich ist oder nicht. Dabei ist es ihm oftmals egal von wem er seine Belohnung bekommt. Sein Handeln steht in Abhängigkeit zu seiner Laune oder Beobachtungsgabe, eine wirkliche Beziehung zu seinem Hundeführer entsteht so nicht.

Ganz anders sieht es bei Hunden aus, die in ihrem Hundeführer zunächst einmal einen Führer sehen, der dann auch noch seinen Führungsanspruch geltend macht. Hier geht es dem Hund nicht darum belohnt zu werden, es geht dem Hund vielmehr darum zu gefallen, nämlich seinem Hundeführer. Die Bestätigung für sein Handeln ergibt sich aus einem positiven emotionalen Feedback bei erwünschtem Verhalten, und wird verstärkt durch ein negatives emotionales Feedback bei unerwünschtem Verhalten. Hierdurch entsteht eine wirkliche Beziehung zwischen Hundeführer und Hund, eine Bindung.

Das gegenseitige Vertrauen ergibt sich aus der Gewissheit und der Lernerfahrung fair und gerecht behandelt zu werden. Das gilt für beide, den Hundeführer und den Hund.

Dieser wichtige Schritt wird heutzutage oftmals bei der Sport Hunde Ausbildung vergessen. Von Anfang an hat der Hundesportler nur die Prüfungsordnung im Kopf. Die natürlichen, dem Hund gegebenen Fähigkeiten zu kooperieren, eine Bindung aufzubauen und zu Vertrauen, werden zunehmend vernachlässigt. Erschwerend kommt noch dazu, das in den Main Stream Medien, dem Hundehalter suggeriert wird, alles über Liebe und Leckereien, zu regeln oder auszubilden.