Stellen & Verbellen – Die Anfänge

In dieser Training Session wird der noch junge Hund (17 Monate) in den Bereichen Technik (Gehorsam), aktive Aggression (Bellen), und Beute (Beißen, Kontern, Griff machen) gearbeitet.

Der Helfer und der Hundeführer treten hierbei als Hilfsperson in Erscheinung, die durch Hinweisreize dafür sorgen das der Hund schnell und sicher in das gewünschte Verhalten, mit erwünschter Triebstimmung, arbeitet.

Von Anfang an befindet sich der Hund in einer aktiven und bestimmenden Situation, dass ein beständiges und nachhaltiges Lernen gewährleistet.

Helfer und Hundeführer werden vom Hund nicht als Bedrohung oder störend empfunden, er hat also keine Bedenken oder Sorge und kann sich voll und ganz auf seine Aufgaben konzentrieren.

Neue Zeiten, andere Wege

Die Einstellung zur „Schutzdienstausbildung“ hat sich in den letzten Jahren erheblich geändert. Nicht nur unter den Hundesportlern, vor allem auch in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Neue Tierschutzverordnungen bringen neue Herausforderungen. Der Einsatz von Strafe und unangenehmen Reizen die auf den Hund wirken sind verboten. Das ist zunächst einmal nichts Schlechtes, es geht ja hier vor allem um das Tierwohl.

In der Ausbildung versuchen wir nun Schutzdienstelemente wie das Beutegreifen und das Ablassen noch früher als bisher ins Training zu integrieren. Auch technische Verhaltensweisen wie Sitz, Platz und Steh werden mit eingebaut und über die positive Bestärkung gelernt.

Im Video sind Erna Luna vom Adlershofer Wald (12 Monate alt) und mein Bruder Chris Berensmann.

DIE WIN WIN SITUATION, ….ODER AUCH, WENN DER HUND WILL WAS ER SOLL

HF: Chris Berensmann
Hund: Erna Luna vom Adlershofer Wald

Die 5 1/2 Monate alte Hündin Erna Luna vom Adlershofer Wald hat schon verstanden das es eine Verbindung gibt zwischen dem was Sie tun soll und dem was sie tun will.

Wenn ein Hund über die operante Konditionierung (Verhalten) lernt findet auch immer gleichzeitig ein Lernprozess der klassischen Konditionierung (Motivation/Gefühl) statt. Er lernt also nicht nur was er tun soll sondern auch wie er sich dabei fühlt. Die Erfahrung lehrt das nur der positiv motivierte Hund ein ausdrucksvolles Verhalten an den Tag legt. Das ist in dem jungen Alter gut und wichtig. Hier wird der Grundstock für spätere Kooperation und Handlungsbereitschaft erarbeitet.

Interessant und nicht zu vernachlässigen ist es dem Hund auch eine gewisse Athletik anzutrainieren. Er kann über das Training ein dynamisches Körper Gefühl entwickeln. Besonders die aktive Bewegung auf der Hinterhand ist eine Komponente die so im Instinktgefüge des Hunde nicht vorhanden ist, das muss er lernen.

Erna Luna vom Adlershofer Wald

 

Die Hündin aus unserem E-Wurf ist jetzt 5 Monate alt. Ihre Entwicklung im Bereich der Ausbildung schreitet zügig voran. Die derzeitigen Lerninhalte konzentrieren sich auf Impuls- und Signalkontrolle, also die aktive Zurücknahme im trieblichen Bereich.

Die Hündin lernt nicht nur in Richtung Triebziel zu arbeiten, sondern vielmehr auch davon weg oder daran vorbei. Im Ergebnis erzeugt das die Fähigkeit im Hund, einen Konflikt über ein Lernverhalten zu lösen. Einfach gesagt, kommt die Hündin nicht gleich an Ihre Belohnung entsteht kein Frust oder Panik, sondern ein gezieltes Handeln auf Grund von Lernerfahrungen. Die Hündin kann so aktiv und bewusst in dieser Situation kontrollieren und Probleme selbstständig lösen.

Ein positiver Nebeneffekt ist, das trotz oder gerade wegen der aktiven Zurücknahme (Impulskontrolle), die trieblichen Anlagen im Hund verstärkt werden. Die Signalkontrolle ergibt sich daraus das die Hündin lernt auf ein bestimmtes Hörzeichen mit einem bestimmten Verhalten zu reagieren. Die Kombination von Signal- und Impulskontrolle ist Voraussetzung für ein Harmonisches Arbeiten bzw. Trainieren mit dem Hund.

Junghund IGP Training

 

Je mehr das erwartete Verhalten des Hundes seinen natürlichen Triebverhalten entspricht, desto einfacher ist die Ausbildung, desto triebbeständiger zeigt sich der Hund in der Arbeit. (Zitat “Helmut Raiser”)

Die PO sieht eher wenige wirklich natürliche Triebverhalten vor. Meistens sind es Verhaltensweisen die zunächst einmal erlernt werden müssen. Die Erkenntnisse der klassichen und instrumentellen Konditionierung geben uns hier die notwendigen Mittel das zu erreichen.

Dabei ist folgendes zu beachten:

In unserer Prüfungssituation sind es nicht die kurz dauernden Übungen (einige Sekunden), die dem Hund seine triebliche Substanz kosten, weil sie den Genotyp vergewaltigen, sondern jene die unphysiologisch sind, lange dauern und lange Konzentration verlangen: das Fußgehen und das Verbellen – dies macht einen Hund kaputt und mürbe, bzw. formt seinen Charakter. (Zitat “Helmut Raise”)

Der leicht angekratze Hund (wie die Hündin im Video) ist hier klar im Vorteil. Eine niedrige Reizschwelle sorgt dafür das die Reizlage für eine triebliche Motivation nur relativ gering sein muss um auf den Hund auch über einen längeren Zeitraum zu wirken. Der Nachteil ergibt sich daraus das diese Hunde über viele Wiederholungen und immer gleiche Abläufe eine Handlungssicherheit erhalten, was mit einem regelmäßigen Training und erhöhtem Zeitaufwand verbunden ist.